Viren im Abwasser
Viren in der Abwasserreinigung
Was sind Viren?
Viren sind unbelebte Partikel, welche keinen eigenen Stoffwechsel bestitzen. Sie bestehen
aus Erbsubstanz und einer Proteinhülle, welche die Erbmasse schützt. Viren gehören wie
Bakterien und Einzeller zu einer intakten Mikrobenwelt eines gesunden und unbelasteten
Gewässers. Als normal gilt eine Menge von 107 Viren je Milliliter. Viren benutzen Bakterien,
Einzeller und höhere Lebensformen als Wirt um sich zu vermehren.
Viren und Abwasser !
Viren können im Wasser lange Zeit überdauern. Im Abwasser haben sie eine relativ lange
Haltbarkeit, daher ist in abwassertechnischen Anlagen mit pathogenen Viren zu rechnen.
Empfindlich reagieren sie auf bestimmte Substanzen im Abwasser wie Eisensalze, Ozon,
starke UV-Strahlung oder eiweißabbauende Enzyme.
Was tun Viren im Abwasser?
Viren welche Bakterien befallen nennt man auch "Phagen". Diese infizieren einen großen
Anteil der Bakteriengemeinschaft und lassen die betroffenen Bakterien im Zuge der eigenen
Vermehrung platzen. Die neuen Phagen werden ins Wasser entlassen.
Bis zu 1/3 der Sterberate von Wasserbakterien kann diese Ursache haben.
In Kläranlagen finden sich hohe Konzentrationen von freien Viren, die über das frische
Abwasser eingetragen werden oder aber selbst von Bakterien erzeugt werden.
Letzteres ist direkt abhängig von der Bakteriendichte und dort wiederum vom
Nährstoffangebot der Bakterien. Platzen infizierte Bakterien entlassen sie neben den Phagen
auch den gesamten Zellinhalt ins Wasser, der wiederum versorgt das Umgebungswasser mit
gelösten organischen Substanzen die von anderen Bakterien wieder verwertet werden.
Generell bewirkt eine hohe Phagenproduktion eine weniger effiziente Umwandlung von
gelöster in partikuläre Biomasse und einen weniger effizienten Transport von Biomasse in die
Nahrungskette. Die Reinigung des Abwassers wird verlangsamt.
Durch die Wiederverwertung von Biomasse wird jedoch die Stoffwechselaktivität der
Bakterien erhöht.
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