Kleinkläranlagen nachrüsten.

Neue Abwasserverordnung zwingt Eigentümer zum nachrüsten.

Warum muss nachgerüstet werden?
Gebäude die nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden können, sind auf ihre privaten Kleinkläranlagen angewiesen. In den meisten dieser Ein-oder Mehrkammergruben wird das Abwasser mechanisch gereinigt. Besitzer dieser Kleinkläranlagen sind von der neuen Abwasserverordnung betroffen, welche seit dem 1. August 2002 gelten. Grund für die neue Regelung mit diesen privaten Anlagen ist die Tatsache, dass viele kleinere Fließgewässer stark belastet sind. Daher müssen die privaten Anlagen mit einer biologischen Reinigungsstufe nachgerüstet werden. Und zwar so, dass sie Schadstoffe nach den gleichen Vorgabewerten reinigen können, wie kommunale Kläranlagen. Das bedeutet, dass nun 90 Prozent der Schadstoffe rausgefiltert werden müssen - eine einfache Dreikammer-Kleinkläranlage schafft jedoch nur etwa 30%.
Das Nachrüsten der bestehenden Anlagen ist noch bis 31. Dezember 2006 »freiwillig« möglich. Bis dahin gibt es staatliche Förderungen ab 1500 Euro. Danach bekommen die Betreiber eine individuelle Frist, in der die Kleinkläranlage aufrüstet worden sein muss. Ab 2007 sind keine Fördergelder mehr geplant.

Wer kann bei welcher Baumaßnahme mit einem Zuschuss rechnen?
1. Grundstücksbesitzer und Erbbau-Berechtigte, die sich eine biologische Reinigungsstufe zulegen - auch in Verbindung mit dem Neubau einer Mehrkammergrube - können mit einem Zuschuss rechnen.

2. Wenn sich der Bau schwierig gestaltet, wie etwa in Karst- oder Wasserschutzgebieten.

Was kommt als biologische Reinigungsstufe in Frage?
Zur biologischen Stufe zählen Filtergräben und Filterschächte, Abwasserteiche, Pflanzenbeete, Tropf- und Tauchkörperanlagen und Belebungsanlagen.

Was wird nicht bezuschusst?
1. Anlagen mit einer Ausbaugröße von über 50 Einwohnergleichwerten werden nicht gefördert. Dasselbe gelte für Anlagen für Gebäude, die vor dem 1. Januar 2002 noch keinen Abwasseranfall hatten.
2. Für den alleinigen Bau einer Mehrkammergrube ohne biologische Stufe.

Wer muss nicht nachrüsten?
1. Anwesen, die schon eine Mehrkammerausfaulgrube haben und in den nächsten fünf Jahren an die gemeindliche Kanalisation angeschlossen werden.

2. Abgelegene landwirtschaftliche Betriebe, die ihr Abwasser in Jauche-oder Güllegruben leiten und landwirtschaftlich verwerten.

Wer sich jetzt aber eine solche Speicherkammer anschafft, wird beim Bau einer solchen Grube nicht bezuschusst, zum anderen weiß niemand, inwiefern sich das Düngemittelgesetz in den nächsten fünf Jahren ändert - im schlimmsten Fall kann das teurer werden als sich jetzt eine biologische Stufe zuzulegen.

Was kostet das Ganze?
Eine allgemeine Lösung gibt es nicht, weil man immer auf die individuellen Gegebenheiten achten muss. Als günstigster Richtpreis kann gelten: 4600 Euro für ein Pflanzenbeet (für 4 Einwohnerwerte), zzgl. Betriebskosten im Jahr von 290 Euro.

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