Der Mutag BioChip™, das Trägermaterial für die biologische AbwasserreinigungStefan Christof Bidinger, Bernd Dzedzig,Dr.-Ing. Markus Geiger, Bernd Rauch (Multi Umwelttechnologie AG, Aue)Die Erfahrungen der Multi Umwelttechnologie AG mit Aufwuchskörpern zur Immobilisierungvon Mikroorganismen bei der Abwasserbehandlung reichen mittlerweile mehr als 15 Jahrezurück. Im Laufe dieser Zeit wurde von uns nahezu jedes bekannte Trägermaterial inverschiedensten großtechnischen Anlagen, Abwässern und Anwendungsbereicheneingesetzt. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse und das umfangreiche Datenmaterialerlauben eine fundierte Beurteilung der spezifischen Leistungsdaten der zum Teil höchstunterschiedlichen Träger. Da die Multi Umwelttechnologie AG zu keinem Zeitpunkt an einenbestimmten Lieferanten gebunden war, ergab sich die Möglichkeit, anhand derBetriebserfahrungen gezielt Optimierungen am Träger selbst oder den Prozessbedingungenvornehmen zu können. Dabei stand die Minimierung von Betriebsproblemen durch die ausheutiger Sicht nicht zu übersehenden Schwächen der „konventionellen“ Aufwuchskörper imVordergrund. Die konsequente Umsetzung unserer Anforderungen an ein optimalesTrägermaterial führte zu einem Ergebnis: den Mutag BioChip™. Aus unserer Sicht, der zurZeit „best available“ carrier, gerade für die Reinigung von schwer behandelbaren Abwässern. created with Xara Designer PRO1.Wirkungsweise des Mutag BioChip™ Die besondere Wirkungsweise und dieLeistungsfähigkeit des Mutag BioChip™lassen sich recht gut erklären, wenn man sichan den charakteristischenProzessbedingungen der Wirbelbettverfahrenorientiert. Voraussetzung für die biologischeUmsetzung von Abwasserinhaltsstoffen imWirbelbett ist die Immobilisierung derMikroorganismen auf der Oberfläche desTrägermaterials (carrier). Die Effektivität desbiologischen Umsatzes wird dabei von der„aktiven“ Oberfläche des Trägers bestimmt.Dabei sind die folgenden Anforderungen andas Trägermaterial zu stellen: zum Einenmuss ausreichend geschützte Oberflächevorhanden sein, so dass sich dieMikroorganismen in diesen Bereichen haltenund vermehren können, zum Anderen ist einmaximaler Stoffaustausch (Substrat,Sauerstoff, Stoffwechselprodukte) zwischenden Mikroorganismen und dem Abwasser zurealisieren. Beide Forderungen simultan zuerfüllen, lässt zunächst einenverfahrenstechnischen Widerspruch vermuten,was jedoch im Folgenden widerlegt werdenkann:Zunächst der Irrtum von der Maximierungder volumetrischen Oberfläche (in m²/m³carrier).Natürlich lassen sich Trägermaterialien mitextrem hoher Porosität herstellen, es istjedoch ebenso Fakt, dass diese Poren alspotentielle Besiedlungsfläche für dieMikroorganismen zugänglich sein müssen. Esist leicht einzusehen, dass dies für Hohlräumeim Inneren eines Trägers wohl kaum möglichist. Wenn, wie oft üblich, die Umsatzleistungan die Porosität korreliert wird, stellt dies einefatale Verzerrung der tatsächlichenVerhältnisse dar. Beim Mutag Biochip™ ist dies anders: hierstellt ein relativ dünner und weitgehendoffener Träger eine extrem hohe Oberflächezur Verfügung, in der die Mikroorganismen ingeschützten Poren siedeln können, dabei aberimmer noch mit dem sie umgebenen Fluid(Abwasser) in intensivem Kontakt stehen. InFolge kann eine optimale Versorgung derMikroorganismen mit Nährstoffen und eineffizienter Abtransport derStoffwechselprodukte erreicht werden,wodurch sich die Effektivität und die hoheAbbauleistung des Mutag BioChip™,zumindest zum Teil, erklärt. In Zahlen:die aktive Oberfläche des Mutag BioChip™beträgt mehr als 3.000 m²/m³ (Bild 1 und Bild 2). Bild 1: Bewachsene Mutag BioChip™‘sBild 2: Porensystem des Mutag BioChip™ (Querschnitt)Nächster Punkt: die Limitierung desbiologischen Umsatzes durch „dicke“ Biofilme,durch Verschleimung und durch „nichtbiologische“ Verunreinigungen. Selbst unter der Voraussetzung, dass sich eine hohe mikrobielle Populationsdichte auf einem Träger etablierenkann, kommt es bei ungeeigneter Strukturund/oder Geometrie des